Sonntag, 23. November 2014

Dieser Moment ist wie ein Kartenhaus...

Eigentlich gibt es bei mir gerade nicht viel spannendes zu berichten, denn ich hänge mal wieder in einer leidigen Warteschleife, die leider erst Ende Januar zu Ende gehen wird. Ich versuche mit meiner Ablenkstrategie die Zeit zu überbrücken, und die sieht im Wesentlichen folgendermaßen aus: Nach meinem bisschen Arbeit treffe ich die ein oder andere Freundin auf einen Kaffee, bummel meist durch Blumenläden, Klamottenläden, Weihnachtsabteilungen etc., lasse mich inspirieren und stocke unseren neuen Haushalt auf oder finde schöne Dinge für unsere neue große Wohnung. Ich habe kurzerhand beschlossen, dass Weihnachten dieses Jahr bei uns stattfinden wird, schließlich haben wir eine neue Küche, ein großes Wohnzimmer, das so wunderbar mit unserem Esszimmer verbunden ist, und ich kann mir schön die Zeit mit meinem ersten eigenen Bauschmuck etc. vertreiben. Meine Strategie funktioniert normalerweise ganz gut, auch wenn mir die Tage trotzdem viel zu lange vorkommen und sie zu langsam vergehen, geschweige denn brauche ich zu erwähnen, wie mein armer Geldbeutel unter dieser Strategie leidet (Gott sei Dank gibts Weihnachtsgeld :)).

Aber heute ist mein kleines Kartenhaus mal wieder kurz vollkommen zusammengebrochen. Ich habe den ersten kleinen Anfang der Weihnachtsdekoration aus dem Keller geholt und angefangen zu dekorieren, als im Radio "Kartenhaus" von Adel Tawil kam (ich kannte das Lied noch gar nicht, aber es ist wunderschön), und mir die Tränen nur so rausschossen. Ich saß auf der Couch und musste seit langem mal wieder richtig heftig weinen. In so einem Moment wird mir schmerzlich bewusst, dass Weihnachten eben nicht so ablaufen wird, wie wir das noch Anfang des Jahres gehofft und uns ausgemalt hatten, und ein riesiger Platz in meinem Herzen wird leer bleiben.

"Dieser Moment ist wie ein Kartenhaus, und die Zeit zieht ihre Karten raus, ich schau ihnen zu wie sie zu Boden fallen, wie sie zu Boden fallen....ich heb sie auf und halt sie fest, damit mein Herz dich nicht vergisst..." (Adel Tawil)

Kleine Maus, ich werde dich nie vergessen, vermisse dich so sehr und liebe dich über alles...deine Mama...

Donnerstag, 13. November 2014

Der Plan...

...steht!!!

Nachdem ich ja die Pferde am Montag scheu gemacht und mich alles andere als wohlgefühlt habe mit dem ganzen Hin und Her, hatte ich heute nochmal einen Termin zum Ultraschall bei meinem KiWU-Doc Dr. P, und es wurde ein toller ausführlicher Termin inklusive Besprechung. Mein Doc hat sich bei mir auch dafür entschuldigt, dass er beim letzten mal so wenig Zeit hatte, aber es ging wohl drunter und drüber.

Der Ultraschall war total in Ordnung, bei der Flüssigkeit in der Gebärmutter handelt es sich um harmlosen Zervixschleim, der verstärkt im Zervixhals gebildet wird, da ich zusätzlich zu Cycloprogynova noch das Östrogenpflaster verwende, also kein Grund zur Sorge. Die Schleimhaut war über einen etwas weiteren Teil im Fundus an Zyklustag 9 heute bei 5mm und damit war mein Doc, wenn man meine Vorgeschichte bedenkt, ganz zufrieden. Er meinte, damit können wir schon was anfangen, denn das Mindestmaß von 4/5mm, das man wohl haben sollte für einen Transfer, haben wir damit erreicht. Ich hoffe ja insgeheim, dass wir, wenn es dann darauf ankommt, noch irgendwie die 6-7mm erreichen. Das wäre schon toll. Noch sind wir nicht am oberen Hormonlevellimit angekommen :)

Anschließend haben wir das weitere Vorgehen besprochen. Da ich mit Cycloprogynova und dem Östrogenpflaster gut aufgestellt bin, verzichten wir auf den Probezyklus "Pimp my Schleimhaut" worüber ich sehr happy bin, da ich ungern in das teure Cialis ohne Versuch investiert hätte, und für mich ja sowieso schon beschlossen hatte, auf den Probezyklus zu verzichten.
Ende Januar werden wir mit dem ersten IVF/ICSI-Versuch starten. Zwei Wochen zuvor wird noch ein Termin zum Ultraschall und zur ausführlichen Blutentnahme (TSH, DHEA etc.) stattfinden, um mit aktuellen Werten starten zu können. Mein Doc hat den IVF-Antrag in einem ICSI-Antrag umgewandelt, und mir Recht gegeben, da dies bei den schwankenden Spermiogrammen schon Sinn macht, somit haben die Biologen nämlich freie Hand und können je nach Spermiogramm entscheiden, was sie bevorzugen, oder sogar eine Mischvariante anwenden.
Da ich mit meinen 30 Jahren, meinem PCO und einem AMH von 6,0 der perfekte Überstimulationskandidat bin, müssen wir sehen, ob es zu einem Transfer kommen kann. Ich werde einmalig 175 I.E. Gonal-F spritzen und dann auf 150 I.E. runtergehen, bis mein Doc wegen der Überstimulationsgefahr bereits an Tag 6-8 den ersten Ultraschall macht, um weiterzusehen. Hinzu komen wird dann noch Orgalutran. Zudem haben wir nochmal über das Für und Wider von Frischetransfer oder Kryo gesprochen und er hat mir sehr genau erklärt, dass nach neuesten Erkenntnissen wohl feststeht, dass zu stark erhöhte Östrogenwerte (die ich höchstwahrscheinlich haben werde) sich sogar eher negativ auf die Qualität der Schleimhaut auswirken, und damit auf eine Einnistung. Er war wohl gerade wieder in den USA auf dem großen Kongress für Reproduktionsmediziner und das habe sich dort nach neuesten Erkentnissen wieder bestätigt, genau wie die Erkenntnis, dass mit Kryoversuchen die besseren Schwangerschaftsraten erzielt werden. Es gibt ja in den USA ganze Kliniken die machen nur Kryos. Ob das wirklich so ist, darüber lässt sich sicher trefflich streiten. Somit werden wir abwarten, wie es sich in meinem IVF/ICSI-Durchgang entwickelt und dann nach aktueller Sachlage entscheiden, und ggf. auf einen Transfer verzichten, dann alle befruchteten Eizellen einfrieren, um dann im darauffolgenden Zyklus einen Kryoversuch zu starten. Dieser bietet für mich ggf. auch die Möglichkeit, die Schleimhaut etwas länger zu stimulieren. But we will see and cross the bridge when we come to it.

Mit diesem für mich runden Plan bin ich sehr happy gerade und 150 I.E. Gonal-F waren auch genau das, was ich mir vorgestellt hatte. Mehr hätte ich nicht gewollt.
So und nun muss ich nur noch den Papierkram erledigen, Krankenkasse und Co. und dann habe ich bis Januar Ruhe an der KiWU-Front, werde lediglich meine TCM-Termine wahrnehmen und dat wars...herrlich. Diese Arztrennerei nervt auch irgendwann tierisch, v.a. wenn man wie ich mittlerweile alles hinterfragt, und die Ärzte es durchaus schwer haben Vertrauen herzustellen.

Dienstag, 11. November 2014

Überfälliges Update - Durcheinander im Kopf!

Da bin ich wieder! Ich hatte so viele Dinge zu tun die letzten Wochen, dass ich gar nicht zum bloggen gekommen bin und jetzt weiß ich nicht wo ich anfangen soll. Naja selber Schuld, wenn man so lange wartet mit seinen Updates.

Ich hatte mittlerweile wieder ein paar Arzttermine, die mich mehr oder weniger durcheinanderwirbelten und auch verunsicherten.

Termin Nr.1:
Der Kontrolltermin bei meinem Frauenarzt nach der OP in Hamburg war noch sehr gut, alles sah schön aus und die Schleimhaut war bei 4,8/4,9 mm.

Termin Nr.2:
Von meinem anschließenden Termin bei meinem Kiwudoc hatte ich mir einiges mehr erwartet, letztendlich war ich 5 Minuten drin, und mit einem Ultraschall, einem Stimulationsprotokoll und einem IVF-Antrag wieder draußen. Er meinte, ich könne noch drei Monate Cycloprogynova nehmen, wie von Dr. Nugent empfohlen und dann direkt mit einer IVF starten, oder die Schleimhaut vorher probeweise hoch stimulieren nach seinem Programm. Irgendwie war mein Arzt total im Stress, dass wir nicht mal das Stimu-Protokoll besprochen haben, und so blieb ich mit vielen Fragen zurück. Auch die Papiere waren nicht ganz richtig, der Transfer von 2 Embryonen plus freeze all in war angekreuzt, was definitiv falsch ist bzw. noch gar nicht feststeht. Und eigentlich möchte ich doch lieber gleich eine ICSI bei der Krankenkasse beantragen, für den Fall, dass die Spermiosus am entscheidenen Tag nicht so toll sind. Ich fühlte mich dann mit dem Stimu-Protokoll, das lediglich für die Schleimhaut gedacht war, nicht wirklich gut. Der anschließende Gang in die Apotheke verhagelte mir dann vollends den Termin, als mir die Apothekerin eröffnete, dass das Cialis (quasi Viagra für die Schleimhaut/Durchblutung) € 180,00 kostet und ich minimum zwei Packungen pro Zyklus benötigen würde, und das alles ohne wirklichen Versuch. Naja so ging ich ohne Cialis wieder raus aus der Apotheke, und war frustriert.

Termin Nr.3:
Ich hatte dann einen erneuten Beratungstermin im Kinderwunschzentrum der Uniklinik bei der netten Ärztin, da ich eine Zweitmeinung wollte, wie die mich stimulieren würden und natürlich den Stapel Visitenkarten von Dr. Nugent dort abgeben wollte. Darum hatte mich die Ärztin ja extra gebeten. Letztendlich war sie ähnlich meinem Kiwudoc der Meinung, ich solle jetzt noch die 3 Monate Cycloprogynova nehmen und dann würden auch sie direkt mit einer ICSI starten und mit Gonal F stimulieren. Sie meinte allerdings ich könnte zusätzlich zu Cycloprogynova noch ein Östrogenpflaster Estramon 100 verwenden. Dies erschien mir sinnig, weniger aufwendig als das Programm meines Kiwudocs und ganz umsonst ist der Spaß auch noch. Ich dachte mir, schaden kann es sicher nicht und vielleicht schaffen wir damit ein paar Millimeter mehr Schleimhaut. Mit diesem Termin war ich dann sehr zufrieden und beschloss für mich, noch drei Monate Cycloprogynova plus das Östrogenpflaster zu nehmen, und auf das Stimuprogramm meines Kiwudocs zu verzichten.

Termin Nr.4:
Seit kurzen gehe ich jetzt zusätzlich zu der ganzen Schulmedizin zum TCM. Die Ärztin, die auch Allgemeinmedizinerin ist, ist auf Kinderwunschpatienten spezialisiert, und direkt bei mir um die Ecke. So hatte ich das erste mal Akupunktur, irgendwie witzig und schmerzhaft fand ich es mal überhaupt nicht. Seit dem Termin trinke ich nun jeden Tag eine Ladung Kräuter heiß aufgebrüht, wobei ich manchmal damit zu kämpfen habe die Tagesration zu bewältigen. Im Moment liegt der Fokus auf meinem körperlichen Gesamtzustand, meiner schlechten Nebennierenwerte und meinem Immunsystem nach den ganzen heftigen Medikamenten (MTX etc.). Während der IVF/ICSI wird sie dann ihr Hauptaugenmerk auf das Wachstum der Schleimhaut legen. Ich bin gespannt ob es was bringt und was mich der Spaß kosten wird.

Termin Nr.5:
Gestern hatte ich einen Termin bei einer neuen Frauenärztin, die mir empfohlen wurde. Ich beschäftige mich ja schon länger mit einem Wechsel, da das Vertrauensverhältnis zu meinem FA nicht mehr das beste ist, auch wenn er objektiv nichts falsch gemacht hat, aber es fiel eben schon der ein oder andere unpassende Satz. Ich könnte in einer erneuten SS kein absolutes Vertrauen zu ihm haben, aber wem vertraue ich da schon. Eigentlich nur meinem Pränatalmediziner Dr. G., der mich aber Gott sei Dank auch betreuen würde. Der Termin gestern war eigentlich sehr gut, die Ärztin nahm sich sehr sehr viel Zeit und war sehr interessiert. Nur der anschließende Ultraschall zerhagelte mir meinen Tag. Im Fundus war meine Schleimhaut bei 3,7-4,7 mm an Zyklustag 7 aufgebaut, was ja für meine Verhältnisse nicht so schlecht ist. Aber leider habe ich nun den Zervixhals hoch bis kurz vor dem Fundus Flüssigkeit in der Gebärmutter, es sieht aus wie ein Tunnel gefüllt mit Wasser. Ich bin erschrocken, da mich das Bild doch sehr an meine Ultraschallbilder vor meiner 1. Asherman-OP erinnerte und ich habe die Bilder dann auch nochmal verglichen. Die Ärztin meinte, dass es nicht ganz normal sei und man weiter beobachten solle, ob es mit der nächsten Menstruation abgeht.
Ich frage mich natürlich, ob es jetzt vielleicht an den Östrogenpflastern liegt, an dem Mehr an Östrogenen, oder was es sonst sein könnte. Allerdings ließ mich der Befund gestern nicht mehr los, ich konnte mich nicht mehr konzentrieren, die Welt erschien mal wieder so ungerecht, und mich quälte die Frage, ob das hier alles, dieser ganze nicht aufhörende Kampf überhaupt noch einen Sinn hat. Warum kann ich nicht mal zwei Termine hintereinander was gutes bzw. zu hören bekommen, dass alles soweit normal aussieht.
Naja ich bin dann nicht untätig geblieben und habe nun bereits am Donnerstag einen erneuten Termin bei meinem Kiwudoc, da ich denke, dass er am ehesten etwas damit anfangen kann. Bis zu meinem eigentlichen Besprechungstermin bei ihm Anfang Dezember kann ich nicht im Ungewissen hängen.

Sollte irgendwer von euch mit Flüssigkeit in der Gebärmutter vielleicht im Zusammenhang mit Hormongaben etwas anfangen können, wäre ich um jeden Input dankbar. Ansonsten drückt mir die Daumen, dass es alles harmlos ist.

Eure Sternenmami

Montag, 3. November 2014

Liebster Award

Liebster Award,

ja auch ich wurde schlussendlich nominiert von der lieben Frau Spinne. Vielen Dank Dir liebe Frau Spinne dafür und vor allem für die Worte, die du mit meiner Nominierung verbunden hast.

Ist man für den Award nominiert, heisst es, 11 Fragen zu beantworten, dann 11 Fragen zu stellen und 11 Blogs mit unter 1000 Abonnenten zu nominieren.

Los gehts mit meinen Antworten:

1. Gibt es Themen, die du nicht in deinem Blog erwähnst, obwohl sie dich sehr beschäftigen?

Eher nicht, ich war in diesem Jahr so mit dem Kinderwunschthema und meiner Krankheitsgeschichte beschäftigt, da blieb eigentlich keine Zeit und Kopf für irgendetwas anderes.

2. Gibt es etwas (Eigenschaft/Körperstelle) was du an dir ändern möchtest?

Einmal eine neue Gebärmutter bitte...nein nein, Scherz beiseite. Ehrlich gesagt bin ich sehr zufrieden mit meinem Körper, hier und da könnte mein Hinterteil etwas fester sein, aber von nichts kommt nichts. Ich habe einen kleinen Aufräumfimmel und bin ein kleiner Perfektionist, das macht das Leben manchmal unnötig anstrengend. Macnhmal wäre ich gerne etwas lockerer in dem Sinne dass ich die Dinge besser auf mich zukommen lassen könnte.

3. Was wolltest du schon immer mal machen, hast dich aber bis jetzt nicht getraut?

Hmm, gute Frage, ehrlich gesagt bin ich ein kleiner Schisser und seit dem Passierten wohl noch mehr und deswegen fällt mir grad nichts ein.

4. Bei welchem Song/Band/Musikrichtung kannst du nicht mehr an dich halten und gehst voll ab?

Auf den letzten Hochzeiten, Partys etc... Atemlos von Helene Fischer...omg...

5. Gibt es etwas in deinem Leben, was du gerne ungeschehen machen würdest?

Den Tod und Verlust unserer kleinen Maus natürlich...

6. Was sind dein absoluter Lieblingsfilm und Lieblingsserie und warum?

Lieblingsfilm "Sissi" Teil 1-3 natürlich (jedes Jahr an Weihnachten erneut zum dahinschmachten, "Viva la mama"); Lieblingsserie "Downton Abbey", früher "Sex and the City".

7. Welche "Sache" lässt in dir die Sammelleidenschaft hervortreten?

Eigentlich gar nichts, ich bin niemand der Dinge anhäuft oder sammelt, aber von tollen Designerhandtaschen könnte ich, würde es mein Geldbeutel hergeben, nie genug haben können.

8. Wovon kannst du nicht die Finger lassen (Testen, Chips, deinem Süßen)?

Eindeutig Chips und Süßes, verdrücke teilweise 3 Packungen Chips plus Schokolade und Gummibärchen in allen Varianten in einer Woche. So kann ich gleich von meinem neuesten Projekt erzählen. Seit heute habe ich vor bis Weihnachten keine Süßigkeiten mehr zu essen, ausgenommen sind Desserts beim Essen gehen. Ich bin gespannt wie lange ich durchhalte. Ziel ist ja im Moment, meinen Körper fit und gesund zu bekommen für den nächsten Versuch ...

9. Gibt es Jugensünden von denen du uns berichten magst?

Es gibt haufenweise lustige Stories über die meine Freundinnen und ich uns heute noch immer wieder aufs neue kaputt lachen können. Aber einmal habe ich richtig Mist gebaut:
Übergebe niemals die heimliche Partyleitung einer Freundin, die dann genüsslich ins Bett geht, während du schon schläfst wegen Bauchschmerzen, und die Horde 5 Jahre älterer Jungs nicht mehr vorher aus dem Schlafzimmerbett deiner Mutter entfernt hat, so dass du durch das Gebrüll deiner wütenden Mutter am nächsten Morgen geweckt wirst, die gerade dabei ist, diese Jungs aus ihrer Wohnung und ihrem Bett zu schmeißen.

10. Machst dir manchmal was vor?

Hmm, schwierige Frage. Macht das nicht jeder mal...

11. Welche Eigenschaften/Fähigkeiten hoffst du mal "vererben" zu können.

Meine fröhliche und unkomplizierte Art. Ich weiß, dass ich nicht mehr dasselbe fröhliche und immer lachende Mädchen bin wie vor meinem Schicksalsschlag, aber ich hoffe ich werde es wieder.

Jetzt aufgepasst kommen meine 11 Fragen:

1. Wie lange bloggst du schon?
2. Schulmedizin oder Naturheilverfahren?
3. Was war dein schönster Urlaub?
4. Was ist deine Lieblingsfarbe?
5. Was war das größte Fettnäpfchen in das du mal getreten bist?
6. Blond oder braun?
7. Wovor fürchtest du dich?
8. Wen bewundest du?
9. Was ist für dich an Weihnachten unerlässlich?
10. Städtetrips,Strandurlaube oder mit dem Rucksack drauf los?
11. Hast du einen Lieblingsnamen?

Da die meisten von uns doch schon nominiert wurden, nominere ich jetzt noch

die liebe Tamara von www.sternenstaubemma.blogspot.de und
Frau Schwani von www.frauschwanisbauchgefuehl.wordpress.com
und wer sonst noch Lust hat mitzumachen, ist natürlich gerne dazu aufgerufen.

Alles Liebe eure Sternenmami

Dienstag, 21. Oktober 2014

180 Grad Wendung :)

Jetzt will ich endlich von meiner 2. Asherman OP in Hamburg bei Dr. Nugent berichten. Ich brauchte die wunderschönen Herbsttage am Wochenende mit meinem Mann um meine Gedanken zu sortieren, mir meiner/unserer Pläne klar zu werden und diese bewusst und in aller Ruhe fällen zu können. Denn schließlich muss und will ich gefühlsmäßig voll dahinter stehen können. Und das tue ich im Moment zu 100%. Ich habe so ein Vertrauen in mir, dass alles gut werden und es beim nächsten mal anders kommen wird. Und so ein Gefühl habe gerade ich sehr sehr selten.

Was soll ich sagen, ich bin einfach nur glücklich und unendlich froh. Dr. Nugent kam mit einem dicken Daumen nach oben an mein Bett und ich konnte nicht glauben, was er mir eröffnete. Alles sieht super aus in meinem Organ, die komplette Gebärmutterhöhle ist mit Schleimhaut ausgekleidet, die Eileiterabgänge sind frei und er musste lediglich wie er es so schön ausgedrückt hat, kleinere kosmetische Korrekturen durchführen, also quasi ein kleines Feintuning. Laut offiziellem OP-Bericht war es noch ein leichtes Asherman Grad I. Ich traue es mich noch gar nicht zu sagen, aber ich habe nun laut ärztlicher Aussage wieder ein völlig normal konfiguriertes Uteruscavum, das ausreichend Endometrium aufweist. Ist das zu glauben!!! Ist das die ausgleichende Gerechtigkeit für das was ich durchmachen musste, gibt es so etwas überhaupt? Oder ist es einfach mein toller Körper, der all seine Regenerationskräfte entfaltet hat, um das so schnell hinzubekommen. Ganz egal, es ist wie es ist und ich bin sehr glücklich darüber. Ich fühle mich endlich nicht mehr so gehandicapt und wieder wie eine normale gesunde Frau, die es versuchen könnte, wenn sie wollte. Sicher ist aber, dass Dr. Nugent ein so wunderbarer Arzt ist, ein Künstler auf seinem Gebiet und ein wahnsinnig guter Operateur, der uns Asherman-Frauen überhaupt erst die Möglichkeit zurück gibt, einen erneuten Schwangerschaftsversuch wagen zu können.

Ich soll nun noch drei Zyklen hormonell die Schleimhaut hoch stimulieren, da sie noch sehr dünn ist und dann können wir mit ärztlicher Absegnung erneut versuchen uns unseren Kinderwunsch zu erfüllen. Und das werden wir! Ich will es noch mal aus ganzem Herzen versuchen. In mir ist Ruhe eingekehrt, im Moment verspüre ich keine Eile, auf einen Zyklus mehr oder weniger kommt es mir nicht an, denn mein oberstes Ziel ist gesund schwanger zu werden, und es eben nicht zu erzwingen oder übers Knie brechen zu wollen.

Für den Moment bin ich glücklich und gespannt, wie mein KiWU-Doc und ich ab nächsten Zyklus das Projekt "Pimp my Schleimhaut" angehen werden. Drückt mir die Daumen, dass wir die letzten Meter auch noch so toll schaffen.

P.S. Vielen vielen Dank für all Eure lieben Worte vor meiner OP, es gibt Kraft und macht Mut!

Dienstag, 14. Oktober 2014

Zu Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie ihre Hormone

Jaja Risiken und Nebenwirkungen der lieben Hormone machten dann doch auch vor mir nicht Halt. Cycloprogynova nimmt man wie eine Pille, so dass man in der 7-tägigen Einnahmepause seine Menstruation bekommen sollte. Die bekam ich dann Gott sei Dank auch, wenn auch die ersten beiden Zyklen nur jeweils zwei Tage, aber ich war froh überhaupt rot zu sehen, was bei Asherman ja nicht selbstverständlich ist. Doch kurz vor Eintreffen der Menstruation schlugen die Hormone immer in Form von Hitzewallungen, Schüttelfrost und heftigsten Kopfschmerzen voll zu. Ich verbringe diese Zeit meist im abgedunkelten Schlafzimmer im Bett. Naja aber zumindest war ich froh, dass die Blutungen so schön auf die Minute genau parierten und ging davon aus, das funktioniere jetzt immer so gut. Denkste, würde mal wieder das kleine Teufelchen auf meiner Schulter sagen.

Die 3. Menstruation verlief dann vorletztes Wochenende leider ganz anders, irgendwie hatte ich das Gefühl es kam nicht so richtig zum Hormonabfall. So setzte auch meine "Blutung" erst verspätet und nicht so richtig ein, war eher nur eine Schmierblutung. Natürlich verunsicherte mich das wieder sehr, drückte mir auf die Stimmung und ich dachte sofort an wieder entstandene Verwachsungen. Gerade deswegen ist es glaube ich jetzt sehr gut, dass Dr. Nugent am Donnerstag eine erneute Kontrollhysteroskopie durchführen wird. Ja ich fliege morgen wieder nach Hamburg zu meiner 2. Asherman-OP und wehre mich innerlich gerade noch sehr gegen mein eigentlich ganz gutes Gefühl, was den Befund am Donnerstag angeht. Wahrscheinlich ist das Selbstschutz, aus Angst das Loch im Boden, in das ich schon so oft gefallen bin, könnte danach noch tiefer werden. Ich hoffe natürlich sehr darauf, dass ich keine weitere OP benötige und vielleicht grünes Licht bekomme. Auf der anderen Seite macht mir das auch Angst und ich frage mich, ob ich vielleicht zu viel Angst davor habe es noch mal mit einer Schwangerschaft zu probieren. Ich habe keine Ahnung, wie es nach der OP weitergehen soll, diesbezüglich herrscht in meinem Kopf gerade absolutes Wirrwarr und das Gedankenkarussell dreht sich fröhlich in alle Richtungen und schwimmt nur so durch die Befundalternativen und die jeweils möglichen weiteren Schritte. Die Strategie, Donnerstag abzuwarten und die Dinge dann zu sortieren klappt gerade nicht sehr gut.

Ich konnte mich nicht mal wirklich über meinen Arzttermin von heute morgen freuen. Ganz im Gegenteil es flossen erstmal die Tränen. Mein Pränatalmediziner Dr. G. war heute sehr zufrieden mit dem Ultraschall, wenngleich die Schleimhaut auch nur 3,3mm hatte, was mich natürlich nicht zufrieden stellte. Auf der anderen Seite passt Dr. G. dieses ganze rum probieren mit all den Hormonen nicht und er würde gerne mal ein Zyklusmonitoring meines natürlichen Zyklus machen, aber ich habe da ja das kleine Problem mit dem PCO, und hätte Angst, dass sich dann nichts tut und wieder Verklebungen bzw. Verwachsungen entstehen könnten. Auf der anderen Seite wäre es interessant, ob die Schwangerschaft vielleicht bei mir hormonell etwas verändert hat. Ach ich habe keine Ahnung! Ich fühle mich hin und her geworfen zwischen den Meinungen meiner Ärzte und nur noch wie ein doofes Versuchskaninchen. Niemand weiss so Recht, wie und was er am besten mit mir anstellen soll. Ich hab einfach keinen Bock ein Versuchskaninchen zu sein und will im Moment einfach meine Ruhe. Vielleicht gelingt es mir nach der OP, mich mal etwas frei zu schwimmen, mich nur auf mich zu besinnen und tief in mich zu gehen, und auf mein Bauchgefühl zu hören, um dann eine Entscheidung treffen zu können.

Aber es gibt auch eine gute Nachricht. Ich bin hier auf meinem Blog endlich in der Gegenwart, im Hier und Jetzt angekommen. Eigentlich dachte ich ja, ich schreib mal schnell das Geschehene in vier Wochen auf und bin dann auf dem aktuellen Stand, aber es kam anders. Aber ich glaube das war auch sehr gut so, denn ich denke es trägt entscheidend zu meinem Verarbeitungsprozess bei, dass ich noch mal alles aufschreiben konnte. Im Grunde ist mein Blog meine Art und mein Weg der narrativen Traumaverarbeitung. Es hat schon seinen jeweiligen persönlichen Sinn, dass es so viele Kinderwunschblogs gibt. In diesem Sinne wünsche ich euch einen schönen Abend ...

Montag, 13. Oktober 2014

Kurz Luft holen und auf in den nächsten Kampf

Nach meiner ersten Asherman Operation bei Dr. Nugent hatte ich endlich etwas Zeit Luft zu holen und durchzuatmen. Hatte ich doch vorher wöchentlich bis zu zwei Arzttermine, sollte es ruhiger werden. Nach der OP waren Dr G. und Dr. P. sehr zufrieden mit dem Ultraschall, da dieser zumindest wieder ein normal geartetes Organ zeigte, wenn auch meine Schleimhaut gegen Zyklusende nur 4,5 mm maß. Auch mein Frauenarzt traute seinen Augen nicht, verstand aber immer noch nicht, warum ich dafür extra nach Hamburg fliegen musste und warum ich in drei Monaten denn unbedingt noch mal reinschauen lassen müsse. Er war natürlich immer noch fest davon überzeugt, in M. hätte man das auch hinbekommen. Ohne Worte! In meinen Kopf will so ein Verhalten einfach nicht reingehen, warum können manche Ärzte nicht einfach mal zugeben, dass ein anderer Arzt gute Arbeit geleistet hat und sich vielleicht informieren statt nur schlau daher zu reden.

Im August bekam ich dann allerdings noch mal den Rappel und wollte die Zeit nutzen alles weitere abklären zu lassen, was es sonst noch so gibt im Zusammenhang mit Schwangerschaftsproblemen, um vor allem auch meinem Mut einen kleinen Booster zu verpassen. Also begab ich mich in das Kinderwunschzentrum der Uniklinik zur speziellen Gerinnungssprechstunde. Allerdings hatte ich leider den ersten Gesprächstermin bei einem jungen Assistenzarzt, und dieser Termin sollte ein Kampf werden der mich meine letzten Nerven kosten sollte. Ich hatte alles penibel vorbereitet, meine Geschichte aufgeschrieben, alle Befunde dabei etc., und damit noch den Vorabend verbracht. Der Arzt war ein solches A... (sorry, normalerweise ist das nicht meine Ausdrucksweise, aber es macht mich immer noch wütend), mein Wissen überforderte ihn bzw. passte ihm gar nicht, und so schaute er nicht mal rein in meine Unterlagen und meinte doch allen ernstes zu mir, "was wollen Sie eigentlich hier, sie hatten doch erst ein Windei und einen Spätabort", "ich sehe keine Indikation für Gerinnungsfaktoren" (wohlgemerkt ich habe eine Mutation und sollte laut Befund weiteres abklären). Er könne eine Diagnostik vor der Krankenkasse allenfalls mit meinem Leidensdruck rechtfertigen, aber ich könne es ja selber zahlen. Er hätte hier Frauen mit 5-6 Abgängen oder Fehlgeburten sitzen, was ich hier überhaupt wolle. Wohlgemerkt soll es eine KiWU-Klinik sein und ich habe auch noch PCO etc., aber nein die wollen wohl keine Patienten. Und so ging das dann eine geschlagene Stunde mit meinem Fight mit diesem jungen geschleckten Hornbrillen tragenden Söhnchen von ... Weiter meinte er noch, also ich würde ja nicht noch mal nach Hamburg fahren und wieso noch mal reinschauen, ohne Worte und von Asherman natürlich keinen blassen Schimmer. Ich habe mich richtig angelegt mit diesem Arzt, womit er vermutlich nicht gerechnet hat, aber es hat mich natürlich auch immens viel Kraft gekostet, und ich hatte Mühe meinen Tränen zurück zu halten. Aber was denkt der denn, wer er ist, so was lass ich mir mit meiner Vorgeschichte nicht bieten. Ich habe keinen Bock mehr auf weitere unnötige Eingriffe in meine Gebärmutter, denen mit einer einmaligen Blutabnahme vorgebeugt werden könnte. Naja das Ende vom Lied war, dass er im Nebenzimmer die Oberärztin kommen hörte, und mal kurz verschwand, und kleinlaut mit den Worten "die Oberärztin hat das Go zur Gerinnungdiagnostik gegeben" zurück kam. Ach sieh mal einer an. Einen Ultraschall mit einem Steinzeitmodell zu machen ließ er sich dann aber nicht nehmen und der nächste unqualifizierte Kommentar folgte natürlich prompt: "Schleimhaut kann ich da nicht wirklich erkennen, außer im Fundus"... du Honk, da war übrigens unser großes Problem vorher und keine Schleimhaut. Er fragte dann noch kurz nach meinem Beruf, und spätestens mit meiner Antwort war ihm vermutlich klar, warum das für ihn mit mir eine ganz schwere Geburt war.

Was war ich dann froh, dass die Befundbesprechung zwei Wochen später mit der Oberärztin stattfand, die sich als das komplette Gegenteil herausstellte. Sie war wahnsinnig interessiert, besprach wirklich alle Facetten meines Falles äußerst detailliert mit mir, klärte mich über das sogenannte Time Lapse Embryoscop auf und hatte auch die Leiter der Geburtshilfe der Uniklinik um Mitbeurteilung gebeten, v.a. was das Risiko einer erneuten Schwangerschaft angeht und möglichen Präventivmaßnahmen. Und sie hatte im Namen der Uniklinik ein besonderes Interesse an Dr. Nugent und seiner Tätigkeit. Aber das Beste war natürlich dass die Gerinnungsdiagnostik ohne Befund blieb. Der Kommentar meines Mannes "noch eine Baustelle an dieser Front hätte dann aber wirklich das Fass zum überlaufen gebracht" trifft es ganz gut, und er hätte vermutlich Recht behalten.